Lyndon LaRouche (1922-2019): Ein universeller Denker

In tiefer Trauer berichten wir, daß Lyndon LaRouche am 12. Februar im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Über die Jahre war Herr LaRouche für uns eine entscheidende, beständige Quelle der Inspiration im Kampf für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung aller Völker und für eine weltweite kulturelle Renaissance. Lyndon LaRouche ist vor allem für seinen Durchbruch in der Wissenschaft der physischen Ökonomie bekannt. Gleichzeitig war er für alle, die seine Einsichten kannten und über die Maßen schätzten, auch Wissenschaftler, Künstler und vor allem ein universeller Denker.

LaRouche war ein wahrer Amerikaner, er gehörte zur Generation von Franklin Roosevelts New Deal. Er kämpfte rigoros dafür, daß Amerika zu seiner ursprünglichen Mission zurückkehrt, für die Welt ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“ und der Freiheit gegen alle Formen oligarchischer Herrschaft zu sein. Dies war die Vision der amerikanischen Gründerväter, wie sie ganz besonders von Abraham Lincoln, Franklin D. Roosevelt und John F. Kennedy aufgegriffen wurde.

LaRouches Herangehensweise an die Ökonomie wurzelt in dem von Alexander Hamilton und Henry Carey entwickelten Amerikanischen System der politischen Ökonomie, das sich ausdrücklich gegen die Freihandelslehre des Britischen Empire richtet. Er beharrte unablässig darauf, daß die wahre Quelle des Wohlstands jeder Gesellschaft in der menschlichen Kreativität liegt, die sich in wissenschaftliche Entdeckungen umsetzt, welche wiederum technische Anwendungen hervorbringen, die unsere Lebensbedingungen konkret verbessern. Dank seines einzigartigen Verständnisses von Wirtschaftsprozessen konnte er neun große finanzielle Crashs und Zusammenbrüche richtig prognostizieren.

Anfang der 70er Jahre gründete Lyndon LaRouche eine internationale politische Bewegung, um weltweit für entsprechende Veränderungen zu kämpfen. Er arbeitete aktiv mit den führenden Vertretern der Blockfreien-Bewegung zusammen und verfaßte zahlreiche Bücher und Artikel zur Wirtschaftspolitik, in denen die Einzigartigkeit des Menschen als kreative Gattung sowie konkrete Entwicklungsprogramme im Mittelpunkt standen.

LaRouches „schwierige Ideen“ und seine unermüdlichen Aktivitäten auf der ganzen Welt machten ihn zum erklärten Feind der internationalen Oligarchie, die u.a. über das berüchtigte FBI bösartige Verleumdungskampagnen und Hexenjagden gegen ihn organisierte. Aber er ließ sich von niemandem einschüchtern, das ließ seine tiefe Überzeugung für seine Aufgabe nicht zu.

Lyndon LaRouche sprach oft von wahrer Unsterblichkeit und von der Heiligkeit des menschlichen Lebens. Wir haben zwei Zitate ausgewählt, die seine Ansicht dazu zum Ausdruck bringen. Anläßlich des Geburtstags von Martin Luther King am 17. Januar 1990 sagte er:

„Stellen Sie sich eine Zeit 50 Jahre nach Ihrem Tod vor. Stellen Sie sich vor, Sie könnten dann, 50 Jahre später, wieder zu Bewußtsein kommen und auf die Gesamtheit Ihres sterblichen Lebens, von seinem Anfang bis zu seinem Ende, zurückblicken. Und anstatt Ihr sterbliches Leben als eine Folge von Einzelerfahrungen zu sehen, betrachten Sie es als eine Einheit. Sie stellen sich in Bezug auf Ihr sterbliches Leben die Frage: ,War dieses Leben im Gesamtplan des Universums und der Existenz der Menschheit notwendig, war es notwendig, daß ich geboren wurde, um dieses Leben zu führen, die ganze Summe von Jahren zwischen Geburt und Tod? Habe ich etwas getan oder bedeutete mein Leben etwas, das für die gegenwärtigen Generationen und implizit für die zukünftigen Generationen nach mir einen positiven Nutzen darstellt?’ Wenn ja, hätte ich dieses Leben mit Freude durchlaufen müssen, weil ich wußte, daß jeder Moment für die gesamte Menschheit wertvoll war, denn das, was ich durchlebt habe, war etwas, was die gesamte Menschheit brauchte, etwas, was für die ganze Menschheit von Nutzen war.“

Später, im Januar 2004, sagte LaRouche, bezogen auf Martin Luther Kings Genie:

„Wir alle sind sterblich. Und damit wir in uns die Leidenschaft erwecken können, die uns treibt, in unserem Leben Gutes zu tun, müssen wir verstehen, daß unser Leben, für das wir unser Talent ausgeben, etwas für kommende Generationen bedeuten wird. Die besten Menschen denken wie Moses an das Gute, das geschehen wird, wenn sie selbst nicht mehr da sein werden, um es zu genießen. Das ist die Vorstellung von Unsterblichkeit. Das ist der Grund, warum Eltern für ihre Kinder Opfer bringen. Das ist der Grund, warum die Gemeinschaft für die Bildung, für die Möglichkeiten ihrer Kinder, Opfer bringen muß. Man geht durch den Schmerz von Leid und Not, aber man weiß, daß man ein Ziel hat, daß das eigene Leben etwas bedeuten wird, daß man mit einem Lächeln auf den Lippen sterben kann: Du hast den Tod besiegt. Du hast dein Talent weise genutzt – dein Leben bedeutet, daß es die kommenden Generationen besser haben werden.“

Lyndon H. LaRouche jr. (1922-2019):Ein wohlgenutztes Talent

LaRouches Initiativen für eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung