Explosion des Finanzsystems droht

Über die drohende Gefahr eines Finanzkrachs sprach der EIR-Wirtschaftsredakteur Paul Gallagher am 15. November 2018 im Rahmen des wöchentlichen Fireside Chat, einer wöchentlichen Telefonkonferenz mit Aktivisten des LaRouche-Aktionskomitees in den USA. U.a. sagte er: „Wir sind mit der Gefahr einer Explosion des Finanzsystems konfrontiert. In diesem Zusammenhang ist das Programm des LaRouche-PAC, aber auch unsere Prioritäten fûr eine wirtschaftliche Mobilisierung, absolut entscheidend.“

Die Beschäftigung im Produktionssektor, die produktive Beschäftigung generell, sei recht deutlich gestiegen, „womit der Trend mindestens der letzten anderthalb Jahrzehnte – eigentlich ein Trend, der bis in die 1980er Jahre zurückreicht – in den letzten beiden Jahren wenigstens zeitweilig umgekehrt wurde.“ Das habe Präsident Trump bisher eine gewisse Basis an Unterstützung gesichert. Gallagher warnte jedoch:

„Aber wir müssen verstehen, daß das schon ziemlich bald verschwinden wird. Ein erheblicher Teil davon beruht auf der Tatsache, daß große Kapitalsummen aus anderen Ländern in die Vereinigten Staaten kamen, einige Leute bezeichnen dies als ‚umgedrehten Carrytrade’. Bisher druckte und druckte die Federal Reserve Geld, das sofort aus den Vereinigten Staaten abfloß; es floß z.B. nach Brasilien, Südafrika oder über Hongkong und in massive Rohstoffspekulationen in China. Es floß ab. Da die Zinsen jetzt von der Federal Reserve angehoben werden und die Steuern plötzlich gesenkt wurden, wurden nun die Vereinigten Staaten plötzlich ein interessantes Ziel. Es kamen buchstäblich Billionen Dollar zurück in die USA, vor allem im laufenden Jahr.“

Das habe vor allem die Schuldenblase der Firmen gefährlich aufgebläht. „Wir beobachten das seit Mai-Juni 2017, dort liegt die große Gefahr eines weiteren Krachs, der vielleicht noch schlimmer wird als der Krach von 2008 – in der unglaublichen Größe, zu der diese Blase der Unternehmensschulden angewachsen ist, in den inzwischen absolut schrecklichen Bedingungen in dieser 14- bis 15-Billionen-Dollar-Blase, die zum größten Teil aus ,gehebelten’ (fremdfinanzierte) Krediten besteht. Das sind Kredite an Unternehmen, die schon vor der Kreditaufnahme überschuldet waren, es sind Kredite ohne irgendwelche Regelungen oder Abmachungen bezüglich der Anleihen, die die Unternehmen ausgeben. Es sind im Grunde Anleihen, bei denen gar nicht genau festgelegt ist, wann oder wie sie etwas zurückzahlen müssen. Sie müssen kämpfen, um die Zinsen dafür bedienen zu können. Noch dazu bewerten die Rating-Agenturen diese Kredite immer schlechter, tatsächlich sind die meisten der ausgegebenen Schulden bereits Ramschanleihen oder nur eine Stufe darüber.“

Das sei aber nur eine der Blasen, die vor dem Platzen steht, neben vielen anderen – „insbesondere Autokredite, sogar Kreditkartenschulden. Insgesamt spricht man von der ,Alles-Blase’, weil sie so gewaltig ist. Und sie ihr Verfall, der beginnende Kollaps der 15-Billionen-Dollar-Blase der Unternehmensschulden – und ich spreche hier nur von den Vereinigten Staaten und den Schulden der Nichtfinanzunternehmen, nicht von den Schulden der Banken, sondern z.B. über die Verschuldung von General Electric. Das wird platzen, und das wird schon bald geschehen, man sieht schon alle Anzeichen dafür.“

Gallagher fuhr dann fort in seiner Analyse: „Bisher, wie gesagt, kam das Geld zurück aufgrund der steigenden Zinsen und sinkenden Steuern. Allein in diesem Jahr flossen 1,4 Billionen in Unternehmen, die das Geld zurückholten und damit ihre eigenen Aktien zurückkauften. Allein fünf von diesen Unternehmen, die sog. FAANGs – Facebook, Apple, Amazon, Netflix, und Google, die sog IP-Wunderknaben – allein diese Unternehmen haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres eigene für 115 Mrd. eigene Aktien zurückgekauft… Die Aktienrückkäufe dieser Unternehmen in den ersten neun Monaten diesen Jahres sind das Zweieinhalbfache [der Rückkäufe] in den 12 Monaten von 2017 und 2016, als sie bereits auf einem Rekordniveau lagen. Es ist also nicht bloß ein neuer Rekordanstieg, sondern eine absolute Explosion der Geldmengen, die in die Aktienmärkte fließen. Das bedeutet, daß diese Unternehmen in den letzten zwei Jahren und vor allem in diesem Jahr sehr schnell eine Blase von Unternehmensschulden aufgebaut haben, und sich dabei immer stärker verschuldet haben.“

Um dem allem entgegenzuwirken, brauche man große Infrastrukturprojekte. Die im Kongreß diskutierten Investitionsbanken seien allesamt viel zu klein. Der Amerikanische Ingenieursverband rechne mit einem Aufwand von 4,5 Billionen Dollar, allein um die vorhandene Infrastruktur aufrecht zu erhalten, aber es gehe vor allem darum, neues aufzubauen.

Gallagher verwies dazu auf Lyndon LaRouches „Vier Gesetze“, vor allem das dritte: „LaRouches Drittes Gesetz besagt, daß der Kredit vor allem für jene Infrastruktur und andere Investitionen verwendet werden soll, die die Produktivität der Arbeitskräfte und der Wirtschaft insgesamt am schnellsten steigern. Was sind diese Dinge? Dazu gehören Hochgeschwindigkeitsbahnen, der Ausbau der Kernkraft, die Nutzung von Kernkraft zur Mehrwasserentsalzung insbesondere im Westen des Landes, und die Nutzung ihrer hohen Prozeßtemperaturen zur Produktion von Nebenprodukten, wie z.B. Kunstdünger. Sturmschutzanlagen für Texas, praktisch für jeden Hafen und jede größere Stadt an der Küste, von der Golfküste in Texas bis zur Nordspitze Neuenglands… Wir haben praktisch gar keine Sperrwerke… Die Erneuerung der Wasserstraßen im ganzen Land, die Entwicklung der Häfen zu modernsten intermodalen Umschlagszentren, die nicht nur viel Fracht aufnehmen, sondern sie auch schnell und effizient ins nationale Transportsystem weiterleiten… Große Wassertransfersysteme gegen die Ausbreitung der Wüsten, wie man sie im Westen des Landes sieht. Weltraumforschung, Rückkehr zum Mond und Industrialisierung des Mondes. Ein Crashprogramm für die Kernfusion.“

Aber all dies werde nur möglich sein, wenn die vier Mächte USA, China, Rußland und Indien gemeinsam voranschreiten, andere wie Japan und Deutschland werden sich anschließen.

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