Brexit: Deutsches Establishment hechelt dem Empire hinterher

In einem Artikel vom 19.1. verurteilt die Vorsitzende des Schiller-Institut Helga Zepp-LaRouche scharf die Anbiederung des deutschen Establishments an die Briten, die in einem Appell für den Verbleib Großbritanniens in der EU zum Ausdruck kommt. Sie schreibt:

„Wenn es noch irgendeines Beweises dafür bedurft hätte, daß die deutschen neoliberalen Führungspersonen immer noch denken wie die Statthalter eines besetzten Landes, dann ist das der Leserbrief sogenannter ,deutscher Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft’ in der Londoner Times, in dem sie sich ,aus ganzem Herzen’ wünschen, daß die Briten in der EU bleiben. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem selbst im Economist diskutiert wird, daß die totale Sackgasse, in die sich das britische Establishment mit seiner Politik manövriert hat, nur eines beweist, nämlich daß das britische Führungsmodell dabei ist, zu desintegrieren.“

Zepp-LaRouche zitiert dann aus der Bagehot-Kolumne im Economist über die gescheiterte britische Elite und weiteren Establishmentmedien. Außerdem sprach die historisch probritische New York Times in einem Gastkommentar von der “bösartigen Inkompetenz der britischen herrschenden Klasse’. Und der ehemalige Londoner Bürgermeister Ken Livingston kommt zu der Erkenntnis: ,Brexit oder nicht, die Dinge werden sich verschlimmern, solange der Neoliberalismus nicht beendet wird.’“

Während in solchen „Hausorganen“ des untergehenden Empire immerhin Stimmen Symptome des gescheiterten imperialen Modells beschrieben werden, „ist die devote Sicht sogenannter deutscher Führungskräfte schon beschämend. In dem besagten Leserbrief an die Times heißt es: die Brexit-Entscheidung werde zwar respektiert, ,aber die Briten sollen wissen, daß wir keine Entscheidung für unumkehrbar halten. Unsere Tür wird immer offen stehen. Europa ist zuhause.’ Man würde das Vereinigte Königreich und seine Traditionen vermissen. ,Deswegen sollten die Briten wissen: Wir wollen aus tiefstem Herzen, daß sie bleiben.’“

Diese Unterwürfigkeitserklärung sei um so skandalöser, als gerade der „beispiellose Skandal thematisiert wird, wie das British Foreign and Commonwealth Office (FCO), die britischen Geheimdienste“ und andere Institutionen über das Institute of Statecraft und die Integrity Initiative „in einen gigantischen Informationskrieg gegen Rußland und China, aber auch in die Manipulation der innenpolitischen Prozesse in allen westlichen Staaten involviert sind“.

Unter den 31 Unterzeichnern des deutschen Appells sind die Vorsitzenden großer Parteien – Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Andrea Nahles (SPD), Annalena Baerbock und Robert Habeck (Grüne) -, der Chef des Industrieverbands BDI Dieter Kempf, Gewerkschaftschef Reiner Hoffmann, der Vorsitzende der Evangelischen Kirche Heinrich Bedford-Strohm, Daimler-Chef Dieter Zetsche, Airbus-Chef Thomas Ender usw.

(Ein Faksimile des Briefes findet sich hier.

Lesen Sie den gesamten Artikel von Helga Zepp-LaRouche.